Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Pfarrgemeinde Sankt Ansgar! Liebe Gäste!
Welch ein Bild! Welch eine Triptychon-Ikone! Sicherlich haben Sie schon viele Ikonen gesehen, sind vielleicht künstlerisch begabt und „schreiben“ selbst Ikonen, oder haben zumindest in Ihrer Wohnung eine Heiligen-Ikone, die sie im Gebet mit Weihrauch verehren. Und vielleicht ist auf Ihrer Ikone z.B. ein Löwe als Symbol für den Evangelisten Markus. Doch die Tiere auf der Altar-Ikone stehen wie der Titel der Ikone für eine klare Ansage: Christus durchbricht die Fesseln des Tierleides. Und vor allem wir Christen sind aufgefordert im Sinne unseres Herrn und Meisters zu handeln, wie es die Bibelstellen bzw. Spruchbänder auf dem Altar nahelegen: „Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke?“ (Lk 13,15: 15) und „Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?“ (Lk 14,5)
Der Altar ist eine faszinierende Verbindung von östlicher Ikonen-tradition und zeitgenössischem Engagement für Tierschutz, ja Tierwohl.
Die Darstellung Christi als „zweiter Adam“ im Paradies, umgeben von befreiten Tieren, wirkt poetisch und kraftvoll. Die Symbolik der gebrochenen Käfige und Ketten visualisiert, dass Erlösung die gesamte Schöpfung umfasst. Dieses Ikonenbild regt dazu an, vertraute biblische Motive neu zu betrachten und Tierschutz als integralen Bestandteil christlicher Nächstenliebe wahrzunehmen. Vom 1. September, an dem das byzantinische Kirchenjahr beginnt, bis zum 4. Oktober, dem Gedenktag des hl. Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere und der Natur, sind die Kirchen weltweit aufgerufen eine Zeit der Schöpfung abzuhalten. Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel benannten den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Die ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) lädt in diesen 5 Wochen ein, sich der weltweiten Probleme bewusst zu werden, die durch Konsum, Mobilität und den eigenen Lebensstil entstehen.
Schöpfungszeit könnte heißen, sich Zeit zu nehmen, allein oder zusammen mit anderen, um z.B. das Schreiben Papst Franziskus zur Klimakrise Laudate Deum (2023) zu lesen und sich zu fragen: wo muss ich mein Leben nicht ändern und wo …
Mit sonnigen Grüßen, Pater Thomas