Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Pfarrgemeinde
St. Ansgar!
Die Zeit nach Pfingsten steht ganz im Zeichen von Männern und Frauen, die Jesu nachfolgen. Als der Herr in ihr Leben trat, haben sie sich von ihm rufen und senden lassen. Ausgestattet mit der Kraft seines Geistes haben sie Mut gefasst, Fenster und Türen zu öffnen und hinauszugehen in die Welt. Als Zeuginnen und Zeugen haben sie sich auf den Weg gemacht und seine frohmachende und befreiende Botschaft weitergetragen. So entstand damals eine Gemeinschaft, die sich Kirche nannte – und dies geschieht bis zum heutigen Tag. Viele, die die Gottesdienste unserer Kirchen besuchen oder ihre Angebote nutzen, sind Teil dieser Gemeinschaft. Andere haben einen Ruf gehört und sind auf dem Weg, sich dieser Gemeinschaft anzuschließen. Wieder andere sind vielleicht nur zufällig mit etwas in Berührung gekommen, was sie hat aufmerken lassen – ein Wort, ein Bild, eine Geste, ein Gegenüber – und das begleitet sie jetzt in ihrem Inneren. Wo Menschen innerlich wirklich mit etwas oder besser mit jemandem in Berührung kommen, entsteht Beziehung. Partnerschaft ist eine ganz innige Beziehung, geprägt von Intimität und Vertrauen. Freundschaften weiten den Kreis. Und Gemeinschaften sind Beziehungsnetze, in denen viele ganz unterschiedliche Menschen miteinander verbunden sind. In offenen Gemeinschaften hat jede und jeder die Möglichkeit, ihren oder seinen Platz zu finden. Man darf kommen, mitmachen und sich einbringen. Viele fühlen sich beheimatet und wollen bleiben. Andere haben nach einer Weile das Bedürfnis weiterzuziehen und sind frei, auch wieder zu gehen. Was für die Kirche und für unsere Gemeinden gilt, das gilt genauso für unterschiedlichste Gruppen. Mit diesen Dynamiken von Individuum und Gemeinschaft beschäftigt sich die Ausstellung FOLLOWERS des Künstlers Matthias Eitner. Seit Pfingsten ist sie im Kleinen Michel zu sehen und provoziert eine geradezu pfingstliche Frage: Wie kann Vielfalt verbinden, ohne in Gleichförmigkeit zu enden? Und was bedeutet das für Menschen, die sich gerufen wissen, Christus nachzufolgen? Bis zum 21. Juni haben Sie Gelegenheit, diese Ausstellung anzuschauen und die Fragen auf sich wirken zu lassen.
Philipp Görtz SJ,
Pastor am Kleinen Michel