Monatsbrief Juli 2026: Gottesdienste und Informationen

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Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Pfarrgemeinde
St. Ansgar!

„Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht.
Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut.
Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn,
lass uns dein Wort begreifen und wachsen auf dich hin.“

So lautet die erste Strophe des Liedes 465 im Gotteslob. Singen kann man das Lied eigentlich nur an einigen wenigen Tagen im Jahr, eben, wenn das Jahr auf der Höhe steht. Es fängt die Stimmung dieser Sommertage rund um den längsten Tag des Jahres wunderbar ein. Nach der Geschäftigkeit des Frühjahrs in der Natur, wie im liturgischen Leben, herrscht nun eine eigentümliche Ruhe, in der wachsen kann, was gesät wurde. Die grüne Farbe der Paramente drückt dies aus. Besonders berührt mich jedoch die zweite Strophe des Liedes:

„Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht.
Begegne unseren Ängsten mit deiner Liebe Macht.
Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichsein,
nimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein.“

Auch das gehört zu der Stimmung dieser warmen, hellen Tage, sie werden kürzer. Mitten auf der Höhe des Jahres gehen wir unweigerlich auf den Herbst und Winter, die Dunkelheit und Kälte zu. Wie die Wintersonnenwende uns mit dem Geburtsfest Jesu des Herrn eine Hoffnung auf Leben und Licht schenkt, so bereitet uns die Sommersonnenwende auf das Loslassen und Danksagen vor. Das natürliche Jahr, das der göttlichen Schöpfungsordnung folgt, lehrt uns, auch in unserem Leben dem Plan Gottes zu vertrauen. Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Wachsen und Vergehen, Schmerz und Glücklichsein, alles gehört zu seiner guten Vorsehung, nimmt seine Stelle in seiner Führung ein und ist getragen von seiner Liebe Macht. So bringen es auch die letzten beiden Strophen zum Ausdruck:

„Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit.
Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit,
die Tage loszulassen und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen, das du, Herr, selber bist.

Du wächst und bleibst für immer, doch unsre Zeit nimmt ab.
Dein Tun hat Morgenschimmer, das unsere sinkt ins Grab.
Gib, eh die Sonne schwindet, der äußre Mensch vergeht,
dass jeder zu dir findet und durch dich aufersteht.“

In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen gesegnete Sommertage!
Ihr, Pater Augustinus Hildebrandt OP