Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Pfarrgemeinde St. Ansgar!
Der Februar ist ein besonderer Monat im Kirchenjahr – ein Monat voller Gegensätze und Übergänge. Noch erklingen hier und da fröhliche Faschingslieder, die Straßen sind bunt geschmückt, und vielerorts wird ausgelassen gefeiert, auch wenn wir in Hamburg diese Zeit etwas gelassener angehen. Für einen kurzen Moment scheint der Alltag in ein anderes Licht getaucht: Leichtigkeit, Humor und Lebensfreude dürfen sich frei entfalten. Doch bald schon ändert sich die Atmosphäre – am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, und das laute Lachen weicht der stillen Einkehr.
Dieser Wechsel mag abrupt erscheinen, und doch gehören beide Seiten zusammen. Fasching bzw. Karneval ist tief im christlichen Denken verwurzelt und kein Widerspruch zur Fastenzeit. Karneval erinnert daran, dass Freude, Übermut und Lebenslust Teil des göttlichen Geschenks sind Ausdruck einer Schöpfung, die uns immer wieder staunen lässt. Zugleich ruft uns die Fastenzeit dazu auf, das Maß zu finden, den Blick zu klären und neu auf das Wesentliche zu achten: auf Gott, auf unsere Mitmenschen, auf das, was uns wirklich trägt.
Vielleicht ist diese Zeit der Einladung zum Innehalten ein Geschenk, das wir gerade heute besonders brauchen. Inmitten von Sorgen und Unruhe dürfen wir bewusst loslassen, Ballast abwerfen und Raum schaffen für das, was heil macht.
So lade ich Sie ein, den Februar mit offenen Augen und Herzen zu leben – in Freude und Besinnung, in Dankbarkeit und Vertrauen auf Gott, der uns durch alle Wandlungen unseres Lebens begleitet.
Ihre Alexandra Avermiddig, Gemeindereferentin