Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Pfarrgemeinde
St. Ansgar! Wenn uns etwas unangenehm ist oder uns Fehler passieren, sind wir froh, wenn wir es schnell vergessen können. Wir lassen sprichwörtlich gerne Gras darüber wachsen. Und doch wissen wir: Was wir verdrängen, verschwindet nicht einfach – es behält Bedeutung.Das Gras-Kreuz auf dem Bild kann dafür ein starkes Zeichen sein. Mit Osterfreude feiern wir die Auferstehung Jesu und das Leben in seiner Fülle. Ostern sagt: Der Tod hat keine endgültige Macht mehr. Und doch ist das Leid nicht aus der Welt verschwunden. Das Kreuz bleibt sichtbar, auch dort, wo längst Gras darüber gewachsen ist. Gerade in einer Stadt wie Hamburg erleben wir beides oft dicht nebeneinander: das pulsierende Leben, Aufbruch und Wachstum – und zugleich Brüche, Einsamkeit und Leid. Zwischen Straßen und Häusern wächst Gras durch Ritzen, leise und unbeachtet. Es erinnert daran: Leben findet seinen Weg, auch dort, wo wir es kaum erwarten. Die Theologin und Poetin Christina Brudereck schreibt:
„Das Leben stirbt – das ist Karfreitag.
Der Tod stirbt – das ist Ostern.
Die Liebe stirbt nie – das ist Gott.
Feiern wir die Liebe, die bleibt:
Gott, die gut macht, was nicht mehr gutzumachen war.
Alles Schöne, das aufblüht und neu wächst.
Wie die Geschenke des Frühlings. Mut. Überwindung. Verwandlung. Freude. Lebendigkeit.
Die österlichen Gelegenheiten und Beiträge überall um uns herum.“
Christina Brudereck
Das wünsche ich Ihnen: dass wir das Leben in seiner ganzen Fülle wahrnehmen – die lichtvollen wie die dunklen Seiten. Und dass wir dem Leid nicht ausweichen und zugleich den Blick auf das richten, was lebendig macht und uns Hoffnung schenkt.
Ihr Jens Ehebrecht-Zumsande,
Gemeindereferent